Mit Informationstechnologie im Alter besser leben

Unter dem Motto „Mit moderner Informationstechnologie im Alter besser leben“ fand am 12.02. die Abschlussveranstaltung des SINQ-Projekts statt. Einleitend beschrieb Herr Höfle noch einmal das Quartier Neckarstadt, seine Besonderheiten und die Motivation für SINQ. Anschließend ging Herr Bürgermeister Grunert in seinem Grußwort auf die Chancen von Digitalisierung für die Stadt Mannheim ein. Frau Krieg, Referentin im Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg, würdigte die gute Passung der im Projekt SINQ verfolgten Ziele mit jenen der Digitalisierungsoffensive des Landes Baden-Württemberg. Sie zeigte auch Anknüpfungspunkte und weitere Perspektiven auf.

PD Dr. Burkhardt moderierte die anschließenden Fachvorträge von Professor Wilhelm Stork (Forschungszentrum Informatik Karlsruhe) und Professor Christophe Kunze (Hochschule Furtwangen).

Baustelle Gesundheitswesen

Professor Stork lieferte eine Analyse über die demographischen Herausforderungen und auch Defizite des derzeitigen deutschen Gesundheits- und Pflegesystems. Global könne man solche Systeme anhand von Lebenserwartung und Kosten pro Kopf vergleichen. Fazit: Deutschland gehört zwar bei den Kosten, nicht aber bei der Lebenserwartung zur Weltspitze. Besonders Skandinavien schneidet besser ab. Dabei fällt im deutschen System der hohe Dokumentationsaufwand auf, der jedoch weder die Transparenz noch die Analysegrundlage verbessere. Die erzeugten Berichte seien dafür kaum geeignet. Digitalisierung könne Dokumentation automatisieren und ihren Wert steigern. Dabei wirkten die vielen Vorschriften und auch der Datenschutz aber zunehmend als Innovationsbremse.

Ganzheitlichkeit des Ansatzes

Professor Kunze ging darauf die Bedeutung der Sozialraumorientierung und Einbindung von Technik ins alltäglichen Leben ein. So dürfe der Blick nicht auf den medizinischen Sektor verengt sein, sondern müsse die Lebenssituation der Menschen und ihr Umfeld insgesamt betrachten. Andererseits habe die Techniknutzung den Alltag der Menschen bereits nachhaltig verändert. Daran könne und müsse man auch in der Gestaltung der Technik zur Vorsorge anknüpfen. Beide Aspekte standen auch in SINQ im Zentrum und spielen bei der Etablierung neuer Technologien und Gesundheitsplattformen für ältere Menschen eine entscheidende Rolle.

SINQ-Ergebnisse

Moderiert durch den Projektkoordinator Dr. Mark Hefke stellten die Partner des Verbundprojekts SINQ die entwickelten technischen und nicht-technischen Erkenntnisse und Ergebnisse vor. Im Mittelpunkt stand der Bericht über die SINQ-Plattform, die zuletzt im täglichen Einsatz drei Monate lang von Seniorinnen und Senioren zu Hause getestet wurde. Das Gesamtsystsem besteht aus der Klienten-App, welche die Menschen bei der Erkennung und Erfüllung neu auftretender gesundheitlich-pflegerischer, aber auch alltäglicher Bedürfnisse unterstützt. Hinter diesem intuitiven Zugangsweg steht eine rechtskonforme Serverlösung, die den hohen Datenschutzanforderungen gerecht wird. Flankierend wurden mögliche Betreiber-, Geschäfts- und Finanzierungsmodelle für die Plattform und daran angeschlossene Dienstleister diskutiert. In den Vorträgen wurde auch auf die Bewertungen der 13 Testerinnen und Testern der App sowie der Befragten in den Workshops und Befragungen eingegangen.

Methusalem hätte eine App genutzt…

…war das schöne Fazit des Vortrags von Dr. Christoph Rott (Institut für Gerontologie, Universität Heidelberg). Denn das Altern lässt sich zwar nicht aufhalten, aber deutlich verlangsamen. Allerdings sollte man anfangen, bevor Beschwerden und Bewegungsmangel in eine Abwärtsspirale münden. Die lässt sich nur schwer durchbrechen. Wie man im Alter besser leben kann, zeigt der von Herrn Dr. Rott aus Amerika importierte Alltags-Fitness-Test. Über wenige Standardübungen ermittelt er die relative Fitness bezogen auf das Lebensalter. So erhalten ältere Menschen Feedback, ob die eigene Fitness dem Alter entspricht, geringer oder höher ausfällt. Eine App, die Bewegung motiviert, könnte so viele spätere Probleme mindern. Das hätte sicher auch Methusalem überzeugt.

Insgesamt 30 Besucherinnen und Besucher nahmen im Anschluss an diesem Test teil. Viele nutzten auch die Gelegenheit, sich an den Ständen über die Ergebnisse des SINQ-Projekts zu informieren.

Wir danken allen Mitwirkenden und vor allem den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihren Besuch!

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